Der verlorene Tag

Auf meinem Flug nach Neuseeland verliere ich einen Tag. Und das nicht im Sinne von Zeitverschwendung, weil ich im Flugzeug sitze. Nein, dieser Tag existiert für mich einfach nicht, denn ich überfliege die Datumsgrenze.

Für mich wird es keinen 6. November 2010 geben und da ich nicht zurück fliege, bekomme ich auch keinen Tag doppelt, quasi als Entschädigung. Wenn ich ausrechne, wie viele Tage ich schon lebe, muss ich von nun an nicht mehr nur die Jahre mit 365 multiplizieren und für jedes Schaltjahr einen Tag hinzuzählen, ich muss auch einen Tag abziehen. Ok, so wirklich verkompliziert dies meinen Alltag nicht. Oder muss ich jetzt meinen Geburtstag verschieben?

Ich bin jetzt also quasi ein inverser Phileas Fogg, der ja bei seiner Weltumrundung einen Tag geschenkt bekam und somit seine Wette gewinnen konnte. Ich hingegen gewinne gar nichts. Also vermutlich. Woher soll ich das wissen?

Wer weiß, was an diesem 6. November hätte passieren sollen? Vielleicht ist es genau dieser Tag, an dem ich den Mann meines Lebens treffen sollte. Das wird dann wohl nicht passieren. Oder ein Lottogewinn? Definitiv eine vertane Chance, denn der 6. November ist ein Samstag. Vielleicht sollte mir am 6. November aber auch ein Klavier auf den Kopf fallen…

Was auch immer, ich werde wohl nie erfahren, was sich der 6. November 2010 für mich ausgedacht hatte.

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