Falardeau, 30.07.-02.08.2010

Abends holen Felix und Isabelle mich ab und es geht noch einmal ein paar Kilometer weiter in einen Ort, der immerhin über eine Kirche mit erstaunlichem architektonischen Einfallsreichtum verfügt. Aber der Ort an sich ist ohnehin egal, denn wir fahren zu Isabelles Vater an den See. Und dieser See ist ein Traum.

Der Grund unseres Besuchs ist ein alljährliches Treffen von Isabelles Familie zum Pétanque spielen. (Die Spanier nennen es Boccia, wir nennen es glaub ich Boule). Wenn ihr mich fragt, fast ein schönerer Grund als Weihnachten, denn es ist Sommer und durch das Turnier sind alle irgendwie beschäftigt. Und auch mich packt die Faszination des Spiels.

Ich sitze stundenlang in der Sonne und schaue mir fremden, aber wahnsinnig netten Menschen zu, die Metallkugeln in einem Riesensandkasten in Richtung einer kleinen Kugel werfen und kann mich nichts schöneres vorstellen, genau das zu tun. Abgesehen von am See sitzen und diesen einfach anzustarren oder noch besser: eine Kombination aus beidem. Und das tue ich auch.

Vermutlich wirke ich relativ unkommunikativ, aber bei mir setzt eine derart tiefe Entspannung ein, dass ich mich nun wirklich nicht zu weiteren Aktivitäten aufraffen kann. Habe ich schon erwähnt, wie schön dieser See ist?

Irgendwann gehe ich doch einmal schwimmen, fahre Tretboot und mit Isabelle Kanufahren. Es ist wirklich ein See, nicht nur ein kleiner Weiher. Und so schön! Und so entspannend.

Langsam realisiere ich, dass ich gerade eine großartige Reise begonnen habe, viel sehen und viel erleben werde, aber bestimmt nicht alles sehen werde, was ich möchte. Und das ist auch nicht schlimm. Die Rastlosigkeit, die mich in den ersten Tagen dazu gebracht, nahezu ungebremst durch die Gegend zu laufen, um alles zu entdecken, was man nur entdecken kann, schwindet langsam und wird durch den Gedanken ersetzt, dass es absolut gar keinen Grund gibt, mich auf meiner Reise zu stressen. Ich wüsste gerne, ob sich meine Laufgeschwindigkeit nach den Tagen am See verringert hat. Ich gehe fast davon aus.

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